
Am 27. Januar, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, wurde an der St.-Ursula-Realschule Erinnerung lebendig – über Ländergrenzen hinweg und mit Blick auf die Zukunft. Im Rahmen des europäischen Projekts “Memory Keepers – Echoes of the Past, Voices for the Future” kamen Schülerinnen und Schüler aus Frankreich, Rumänien, der Ukraine und Deutschland digital zusammen, um gemeinsam zu erinnern, zu mahnen und Verantwortung zu übernehmen.
In diesem Schuljahr arbeitet unsere eTwinning AG an der Auseinandersetzung mit Geschichte, Erinnerungskultur und deren Bedeutung für Gegenwart und Zukunft. Ziel ist es, die Stimmen der Vergangenheit hörbar zu machen und junge Menschen zu ermutigen, sich aktiv für Frieden, Demokratie und Menschlichkeit einzusetzen.

Unterschiedliche Symbole des Gedenkens
Bereits im Vorfeld der gemeinsamen Gedenkveranstaltung fand ein besonderer symbolischer Austausch statt: Die beteiligten Schulen schickten einander Zeichen des Erinnerns an den Zweiten Weltkrieg. Frankreich wählte die Kornblume, Rumänien die Mohnblume, ebenso die Ukraine, die zusätzlich die Sonnenblume als nationales Symbol für Widerstand, Frieden und Mut beisteuerte. Die deutsche Gruppe versandte zwei weiße Rosen zum Gedenken an Hans und Sophie Scholl und die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Diese Symbole machten deutlich, wie unterschiedlich Erinnerungskultur gelebt wird – und wie sehr sie über Grenzen hinweg verbindet.
In der gemeinsamen Online-Gedenkveranstaltung am 27. Januar trugen die Schülerinnen und Schüler Zitate sowie Gedichte in der jeweiligen Muttersprache vor und erläuterten sie anschließend auf Englisch. Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, dass Erinnerung nicht in der Vergangenheit stehen bleibt, sondern Orientierung für die Gegenwart und Zukunft bietet. Besonders bewegend war der Beitrag der ukrainischen Gruppe, die in einem Video Parallelen zwischen dem Zweiten Weltkrieg und dem aktuellen Krieg in ihrem Land zog und damit die fortwährende Aktualität des Erinnerns verdeutlichte.

Stilles, starkes Zeichen
Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einer gemeinsamen Schweigeminute sowie dem symbolischen Entzünden von Kerzen zum Gedenken an die Opfer von Krieg, Verfolgung und Gewalt – ein stilles, aber starkes Zeichen des gemeinsamen Erinnerns und Handelns.
Der 27. Januar erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau im Jahr 1945. Als internationaler Gedenktag mahnt er, die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht zu vergessen und Verantwortung für eine friedliche, demokratische Zukunft zu übernehmen.




