Pater May Archiv

0

Zwei Brüder – 100 Jahre Priester

1415_pater-mayAm 15. August, am Hochfest Mariä Himmelfahrt, feierte Pater Karlheinz May zusammen mit seinem Zwillingsbruder Dr. Herman May in Würzburg das Goldene Priesterjubiläum. Vor 50 Jahren empfingen die Zwillinge gemeinsam das Sakrament der Priesterweihe.

Mit zwei weiteren Ordensbrüdern feierten sie im Redemptoristenkloster mit vielen geladenen Gästen diesen besonderen Tag.

Rudolf Schmidt, zweiter Konkretor, überbrachte den Patres die Glückwünsche der St.-Ursula-Realschule.

Väter des Sumba-Projekts

Beide Patres sind der St.-Ursula-Realschule seit langer Zeit eng verbunden. Pater Karlheinz May war als Missionsprokurator viele Jahre für die Finanzen der Indonesienmission zuständig. Er hat maßgeblich das Missionsprojekt Asrama berdikari unserer Schule mit aufgebaut und begleitet. Die gesammelten Spenden kommen seinem Bruder Herman zugute, der auf der Insel Sumba/Indonesien den Bau und Ausbau von Wohnheimen (sog. Asramen) leitet. Diese Wohnheime sind notwendig, damit Mädchen im Alter unserer Realschüler überhaupt eine Schule besuchen können.

P. Dr. Herman May ist extra zur Feier dieses Jubiläums aus Indonesien angereist. In die Freude des Wiedersehens mit ihm mischte sich auch Wehmut, denn wahrscheinlich wird dies sein letzter Besuch in seiner Heimat sein. Aufgrund seines Alters möchte er sich nicht noch einmal die Strapazen der weiten Reise zumuten. Umso mehr freut es uns, dass er am Freitag unserer Schule einen Besuch abstattet. Wir freuen uns darauf. Herzlich willkommen in Attendorn.

0

Besuch aus der Steinzeit von “Ngongokiki”

“Hallo, mein Name ist Ngongokiki”, sagt der ältere, durchaus mitteleuropäisch aussehende Herr und die Schülerinnen und Schüler der St.-Ursula-Realschule müssen erst einmal staunen. “Ngongokiki” ist ein indonesicher Stammesname. In der deutschen Wirklichkeit handelt es sich um Pater Dr. Hermann May, der seit über 30 Jahren als Missionar auf der indonesischen Insel Sumba lebt und arbeitet.

Dort betreut er unter anderem das Schul-Projekt  “Asrama berdikari” der St.-Ursula-Realschule, dem auch die Einnahmen des diesjährigen Ursula-Festes zufließen. Der Bau einfacher Wohnheime ermöglicht vielen Mädchen erst den Schulbesuch. “Dank dieses Geldes haben viele Mädchen auf Sumba eine eigenständigere Zukunft”, sagte Pater May bei seinem Treffen mit den Schülerinnen und Schülern.

Clans und Stämme bestimmen das Leben

Dabei konnte der Redemptoristenpater  den Jugendlichen einen sehr lebendigen Einblick in das Leben auf Sumba geben. Viele Menschen in den Dörfern leben noch in der Steinzeit, in der Schule lernen die Kinder aber den Umgang mit dem Computer. “Das Leben wird oft noch bestimmt durch Clanzugehörigkeiten und Stammeskultur”, berichtete Pater May: “Eheschließungen werden schon manchmal vor der Geburt beschlossen. Die Kinder haben dann keine Wahl.”

Das könnte sich die 12-jährige Vanessa nicht vorstellen: “Ich glaube, ich würde weglaufen.” Das tun wohl auch einige junge Frauen und Männer, “aber letztlich”, so Pater May, “fügen sich viele doch den Traditionen und der Familie.” Vor allem die Mädchen hätten es schwer. Deshalb sei eine Ausbildung für sie auch sehr wichtig, so Pater May: “Nur Mädchen mit einer Schulbildung haben eine Zukunft, sind eigenständiger und können auch mal ‘Nein’ sagen.”

Wie so eine Stammeshochzeit dann abläuft, zeigte May den Schülerinnen und Schülern auch. Einige Jungen und Mädchen probierten einen Kain-Sarung, ein besonderes Gewand oder eine Kapota, das traditionelle Kopftuch, an. “Mit diesem Treffen ist für die Schülerinnen und Schüler die Kultur auf Sumba sicher etwas greifbarer geworden und sie können nun einen Bezug zu dem herstellen, wofür sie bei vielen Aktionen Geld sammeln”, sagte der 2. Konrektor Rudolf Schmidt, der das Sumba-Projekt an der St.-Ursula-Realschule leitet.

This function has been disabled for St. Ursula Realschule Attendorn.